Tanz-Solo 1993
Edelstahl, Beton (Sockel), farbig eingelassen,
H 340 x B 180 cm x T 200 cm
Erworben 2008 von der Galerie „Kunst in der Zehntscheuene“,
aus der Ausst. im Kulturzentrum Englische
Kirche „Karl Menzen, Christl Maria Göthner,
Gudrun Petersdorf“, Bad Homburg 2008
Standort: Skulpturenallee / Bahnhofstrasse
Mit einem gegliederten Betonsockel, dessen sichtbarer und längerer Teil rot eingelassen ist, scheinen an nur einem Punkt zwei miteinander verbundene Stahlblätter befestigt. Sie sind in eine jeweils andere Richtung gebogen. Die allansichtige Skulptur bildet immer wieder, je nach Standort des Betrachtenden, neue Linien- und Flächenbewegungen, als habe der Künstler ihre Bewegung eingefangen. Der Stahlbildhauer Karl Menzen hat bis ins Spätwerk hinein das schwere, eigentlich unbeugsame Material Stahl in sein Gegenteil verwandelt. Nach Vorzeichnungen ließ er die von ihm in Form geschnittenen Stahlplatten in industrieller Fertigung biegen und formen. Anschließend fügte er sie derart zusammen, dass ihre Formen Bezug aufeinander nahmen. Sie wurden, wenn auch schwer an Gewicht und fest verankert, durch ihre geschwungene Formgebung, durch das Füllen und Auslassen von Raum, zu leicht erscheinenden konkreten Gebilden, die eine gemeinsame Bewegung zu steuern schien. Die Eigenschaften der bildhauerisch geformten Masse, das Tragen von Lasten, wurden von dieser scheinbaren Bewegung, die er „Tanz“ nannte, aufgehoben.