Emissary Cats, 2013
Bronzeguss, Ex. 1/2, Installation von 5 Figuren,
Höhe je: 225–290 cm
Leihgabe der Galerie Scheffel
Standort: Gustavsgarten
Mit analytischem Blick auf das Menschliche, psychologischer Schärfe und feinem, bisweilen abgründigem Humor entwirft Laura Ford märchenhaft anmutende Mischwesen oder verfremdete Tier- und Kindergestalten, in denen sie menschliche Charakterzüge und Emotionen, häufig auch soziale und politische Themen reflektiert. Ihre fantasievollen Geschöpfe erscheinen auf den ersten Blick verspielt und entwaffnend – wie Figuren aus Kinderbüchern laden sie zum Schmunzeln ein. Bei näherer Betrachtung jedoch offenbaren sie eine tiefere, melancholisch-düstere Dimension und bleiben trotz ihrer erzählerischen Qualität bewusst rätselhaft und vieldeutig.
Fünf „Emissary Cats“ der Künstlerin – monumentale bronzene Katzenwesen auf zwei Beinen – scheinen im Gustavsgarten gebeugt auf und ab zu schreiten, als seien sie in Gedanken versunken oder in ihren Gefühlen gefangen. In der Körperhaltung und Gestik der Figuren mit ihren schlanken menschlichen Körpern, großen gesenkten Katzenköpfen und langen, auf dem Boden aufliegenden Schwänzen erfasst Ford Zustände der Nachdenklichkeit, der inneren Zerrissenheit, der Scham und der Verzweiflung. Als Impuls für die Gestaltung dieser Figurengruppe verweist sie auf das Fresko „Die Vertreibung aus dem Paradies“ des Renaissancemalers Masaccio, dessen Darstellung der Emotionen in der Malerei seiner Zeit beispiellos war. Auch Fords dunkel patinierte Bronzefiguren verkörpern anschaulich innere Kämpfe in menschlichen Krisensituationen. Zugleich eröffnet ihre vertraute Erscheinung als Katzen – häufig mit zufriedener Gelassenheit assoziiert – einen unmittelbaren und unbeschwerten Zugang. Der Titel „Emissary Cats“ weist sie als Gesandte, als Mittler einer Botschaft aus. Welche Botschaft sie überbringen, bleibt jedoch offen – ein Spielraum für die Vorstellungskraft der Betrachtenden.