Embryo, 2010
Schwarzer Granit, H 50 cm x B 220 cm x T 200 cm
Leihgabe der Galerie Scheffel
Standort: Gustavsgarten
Masayuki Koorida beschreibt den Prozess seines bildhauerischen Schaffens als Vorgang, in dessen Verlauf sich Gedanken und Eingebungen auf der Suche nach einer allgemeingültigen Sprache zu einer Vorstellung, einem konkreten Bild formen. Dieser „originäre Inhalt einer Skulptur“ erhalte in seinen Plastiken durch die reduzierte gestalterische Umsetzung ein vielschichtiges Erscheinungsbild, das wiederum der Fantasie des Betrachters einen endlosen Spielraum biete. Von der Natur, von ihren Elementen, Phänomenen und Gesetzmäßigkeiten inspiriert, muten die ausgewogenen Formen seiner Arbeiten meist organisch an, während sie häufig zugleich mathematische, geometrische Elemente enthalten. So wie seine Werke nicht als Abbildungen zu verstehen sind, verweisen auch ihre Titel auf wiederkehrende Regelmäßigkeiten in der Natur, nicht auf etwas konkret Dargestelltes.
„Embryo“ gehört zu denjenigen Werken Kooridas, deren Titel – im Widerspruch zur Dauerhaftigkeit des Materials Stein – Vorstellungen von Lebewesen im Anfangsstadium ihrer Entwicklung aufrufen. Andere heißen beispielsweise „Seed“ (Samen) oder „Growth“ (Wachstum). Aus schwarzem Granit gefertigt, wirken die miteinander verbundenen, ellipsoiden Formen der auf dem Boden liegenden Skulptur „Embryo“ tatsächlich nicht nur organisch, sondern können auch Assoziationen etwa zur Zellteilung auslösen. Zugleich erwecken sie mit ihren vollendeten Rundungen den Eindruck, als könnten sie bei der leichtesten Berührung zerfließen oder zerplatzen. So verbinden sich Perfektion der Bearbeitung und Vereinfachung der abstrakten Form auch hier zu einem Werk, das Eleganz und Sinnlichkeit zugleich ausstrahlt.